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Weg vom Reden, hin zum Handeln

Konzept für den Landkreises Traunstein

Seit Oktober 2008 gibt es das Konzept des Landkreises Traunstein, dass bis 2020 hundert Prozent des Stroms für Haushalte und Gewebe hier im Landkreis regenerativ erzeugt werden sollen. Sepp Hohlweger, Sprecher unserer Kreistagsfraktion, berichtete auf der Februar-Kreisversammlung über den aktuellen Stand der Umsetzung:

Bei 650 GWh/Jahr Verbrauch werden aktuell 363 GWh/Jahr (56%) regenerativ erzeugt. GWh bedeutet Gigawattstunde, also eine Million Kilowattstunden. So sehr wir Grünen mit diesem Ziel des Landkreises einverstanden sind, so sehr sehen wir auch Verbesserungspotenzial. „Wir müssen weg vom Reden und hin zum Handeln“, forderte Hohlweger. Er erläuterte, dass schon 2008 im Landreis knapp die Hälfte des Stroms regenerativ erzeugt wurde. „Es fehlen heute aber immer noch 300 GWh/Jahr, also um die 45%, und die müssen bis 2020, also in acht Jahren erreicht werden“, sagte er weiter. Es müsse nun richtig angepackt werden, um das Ziel auch zu erreichen. Er wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass der Strom für die Industrie im Landkreiskonzept nicht berücksichtigt ist, der noch mal etwa 300 GWh im Jahr ausmacht.

Marianne Penn aus Trostberg erkundigte sich nach dem momentan für ganz Bayern vom TÜV erstellten Windatlas: „Wie seht es da für Trostberg aus?“, fragte sie. Hohlweger antwortete, dass dieser Windatlas in Kürze vom Freistaat veröffentlicht wird und dass dann vom regionalen Planungsverband Vorrangflächen für Windanlagen ausgewiesen werden können. Maria Kraus-Osenstätter aus Bergen sagte: „Ich bin richtig gespannt, ob das heute bestehende Ausschlussgebiet für Windräder südlich der Autobahn dann wegfällt oder nicht.“

Biogasanlagen leisten jetzt schon einen großen Beitrag zur regenerativen Energieerzeugung. Hier meinte Hohlweger, dass wir da an einer Grenze angelangt sind, und sagte: „Schon 25% der Ackerfläche im Landkreis wird heute für Biogas genutzt, und durch die steigenden Pachtpreise kommen die Milchviehhalter in Schwierigkeiten.“ 

Wir Grüne fordern, dass das Landkreis-Energiekonzept regelmäßig überarbeitet wird, um neue Faktoren, die 2008 noch nicht absehbar oder berücksichtigt waren, mit einzuarbeiten. Das sind beispielsweise die soeben veränderten Bedingungen für Solarenergie oder das einfache Thema Stromsparen. Denn es ist klar: Aller Strom, der eingespart wird, braucht nicht erzeugt zu werden. Wolfgang Wörner

(4. März 2012)

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