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Windkraft – Antwort auf die Zukunft 

Treffen des Arbeitskreises Energie

Bei dem letzten Treffen des Arbeitskreises Energie Bündnis 90/Die Grünen Kreisverband Traunstein war Thomas Breu (PAO), Gemeinderat aus Obing zu Gast. Er berichtete über die Anfänge der Planung von zwei Windkraftanlagen (Nordex) auf dem Scheitzenberg bei Diepoldsberg durch Volker Seyfert aus Obing und die Bildung der Bürgerinitiative „Zukunft Scheitzenberg“ gegen die Windkraftanlagen. Weiter schilderte er die Abfolge von Unterschriftensammlungen, außerordentlichen Bürgerversammlungen und der Meinungsbildung durch fehlende Information, falsche Information, emotionaler Argumentation und Pessimismus, die zu einer knappen Abstimmung im Gemeinderat gegen die Windkraftanlagen führte. 

Sowohl dieser Bericht von Thomas Breu als auch die Tatsache, dass durch die Änderung der Abstände zu Wohnbauflächen im Außenbereich von 500 auf 800 Meter im Regionalplan des Scheitzenberg, eines der besten Windstandorte in der Region 18, vom Vorranggebiet zum Ausschlussgebiet wurde, entfachte eine rege Diskussion: Über konkrete regionale Standorte wie Scheitzenberg und Schnaitsee, über die politische und gesellschaftliche Verantwortung der Bürgermeister aus der Region 18 und über eigene Verantwortung und Egoismen und der selbstverständlich in Anspruch genommenen Verfügbarkeit von Energie.

Die Aufbruchstimmung und das Engagement der Windkraftbefürworter treffe oft auf eine furchtsame und skeptische Stimmung in der Gesellschaft. Dieser Stimmung entsprächen auch die im Regionalplan festgezurrten Abstandsflächen und Ausschlussgebiete. Dieses „Ausbremsen der Windkraft“ wurde von den Teilnehmern als wenig zukunftsfähig bedauert. Hans Dandl bat aber darum, die Bürgerinitiativen, ihre Zweifel und Argumente ernst zu nehmen und auf Augenhöhe das Gespräch zu suchen.

Die Teilnehmer waren sich einig, dass alle Betroffenen frühzeitigst in Planungen eingebunden werden müssen. Informationen sollen verstärkt in die Öffentlichkeit getragen werden, um Gegenargumente zu entkräften, Transparenz zu schaffen und um die positiven Seiten von Windkraft in den Vordergrund zu stellen.

Alexander Reinmiedl führte das Aktionsbündnis für Bürgerwindräder im Landkreis Traunstein als Beispiel an, das sehr rege die Bürger zu informieren versuche. Das Aktionsbündnis stehe u.a. auch für Standortprüfungen im Einzelverfahren, natürlich unter Einhaltung von Lärmschutz und naturschutzfachlicher Untersuchung. Ilse Englmaier erklärte, dass durch die 800-Meter-Regel jetzt vor allem Waldstandorte übrigblieben und sich damit aufgrund des Artenschutzes eine schwierigere Realisierung von Windrädern ergebe.

Martin Czepan ergänzte, auch die Strömungsunterschiede zwischen Wald und Freifläche seien beachtlich. Zudem sollten Gemeinden und Städte die Chancen der Windenergie erkennen und innerhalb verträglicher Rahmenbedingung in einen Wettbewerb treten.

Auf die Frage nach dem Landschaftsbild zitierte Regina Reiter Zugreisende auf dem Weg nach Berlin. Die Windparks dort wirkten, abhängig vom Alter der Reisenden, geil bis faszinierend, durchweg aber positiv. Dies entspräche auch Aussagen aus dem Nachbarlandkreis Berchtesgaden: Unsere Nachfahren werden uns nicht wegen zehn Windkraftanlagen verfluchen, sondern für die radioaktiven Abfälle.

Wenn der Standort für Windkraftanlagen günstig sei, der Grundeigentümer zustimme und sich Anlagenbetreiber fänden, „wenn alles passt“, dann muss Erneuerbarer Energie regional erzeugt werden, forderte Landtagskandidatin Gisela Sengl. 

Die Regionalität sei immer wieder hervorzuheben stellten Oliver Huber und Wilfried Schott fest. Die ökologische Rentabilität von Windkrafträdern stehe außer Frage. Die in Zunkunft zu erwartenden Renditesteigerungen ergäben sich zwangsläufig durch steigende Preise für Benzin. Die durch peakoil verursachten Preissteigerungen würden alle anderen fossilen Energieträger mitziehen, betonte Wolfgang Kalwach. Deutschland sei abhängig vom Energieimport – der durch peakoil verursachte Preisschock könne mit regional erzeugter erneuerbarer Energie abgefedert werden.

Regionalität sei nicht nur eine Frage des Standorts, sondern sollte sich auch über eine regionale Einspeisevergütung definieren, forderte Hans Stalleicher. Regional unterschiedliche Vergütungssätze, eine größere Ausschüttung für Windenergie im Süden, könne ausgeglichen werden durch ein Wegfallen des Leitungsbaus der dann überflüssigen Stromautobahn von Nord nach Süd.

Aber alles hänge davon ab, dass wir effektiv Energie speichern und bewusst weniger Energie verbrauchen. Regina Reiter

(16. April 2013)

Felicitas Wendt in den Bezirkstag
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