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Vom Ökolandbau profitieren alle.

Für Erhalt der bäuerlichen Landwirtschaft!

Ökolandbau Riesenchance für klein strukturierte Landwirtschaft

Immer noch ist der Weg unserer Landwirtschaft folgender: hin zu noch mehr Rationalisierung, noch mehr Technisierung, noch mehr Masse und Vergrößerung. Die aktuelle Milchmarktkrise, die durch diese Landwirtschaftspolitik bedingt ist, kann besonders für Bayern fatale Auswirkungen haben, wenn wir da nicht ganz grundsätzlich gegensteuern. 

Die Milcherzeugung im Voralpenland wird nie konkurrieren können mit norddeutschen Milcherzeugern. Rein betriebswirtschaftlich betrachtet müssten alle bayerischen Milchbauern angesichts dieser Konkurrenz sofort mit ihrer Produktion aufhören. Bei uns im Voralpenland, wo die meiste Milch produziert wird, sind die Bauernhöfe noch normal groß, im Vergleich zu norddeutschen Riesenställen aber winzig. 

Der weltweite Exportmarkt für Milch mag für manche Betriebe der richtige Weg sein. Wir Grünen sind auch nicht grundsätzlich gegen landwirtschaftliche Exporte und Importe; denn wir sind kein landwirtschaftlich autarkes Land. Aber wir sind für eine Stärkung des Regionalmarktes. 

Neben Weltmarkt und europäischem Binnenmarkt gibt es ja noch den bayerischen Markt: und der will bedient werden! Und zwar mit Qualitätsprodukten – und das ist die Riesenchance für unsere bayerische, eher klein strukturierte und vielfältige Landwirtschaft. Hier kann sie auch einen fairen Milchpreis erwirtschaften: durch den Mehrwert, den die arbeitsintensive und aufwändige Erzeugung von Milch in Bayern bietet – dieser Mehrwert ist eine schöne Kulturlandschaft, eine regionale und frische Qualität, eine vielfältige, bäuerliche Kultur und eine nachhaltige Produktion, die Klima, Wasser und Boden schützt. 

Während der Selbstversorgungsgrad von Milch in Bayern bei 178% liegt, der von Käse gar bei 335%, sieht es bei den Produkten Biomilch und Biokäse ganz anders aus. Die beiden großen bayerischen Biomolkereien suchen händeringend nach Biomilchlieferanten. In allen Bioläden und Dorfläden würde regional erzeugter Biokäse reißenden Absatz finden.
Dazu kommt noch: Der Gewinnabstand zwischen ökologischer und konventioneller Milcherzeugung ist bei einer Bestandsgröße von 30 bis 40 Milchkühen am größten – und die durchschnittliche Größe pro Betrieb in Bayern sind 33 Kühe. Die Agrarstruktur in Bayern würde sich für die ökologische Bewirtschaftung also ideal anbieten!

Ich freue mich sehr, dass dieser Richtungswechsel beim Projekt „Ökomodellregion Waginger See“ so erfolgversprechend ist. Die sieben Gemeinden der Ökomodellregion, die Bäuerinnen und Bauern, Verbraucherinnen und Verbraucher, alle ziehen an einem Strang. Sie haben begriffen, dass nur alle gemeinsam diesen Weg gehen können, von dem dann auch alle profitieren. Denn es ist für uns alle ein Gewinn, wenn die bäuerliche Landwirtschaft erhalten bleibt und wir ökologische Erzeugnisse aus der Region bekommen! Gisela Sengl 

(4. März 2015)

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