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Schwarz-Gelb lässt Bauern im Existenzkampf allein

Grüne fordern Qualitätsoffensive für bayerische Milch

Sepp Daxenberger, der Biobauer und Fraktionsvorsitzende der Bayerischen Grünen, hat CSU und FDP vorgeworfen, die bayerischen Milchbauern in ihrem Existenzkampf allein zu lassen. „Während die CSU-Minister Aigner und Brunner eine erfolglose Schaufenster-Aktion nach der anderen starten, hat die FDP die Landwirte schon längst aufgegeben und setzt statt dessen wie üblich ganz radikal auf den freien Markt“, kritisierte er. Die bäuerlichen Familien in Bayern dagegen würden inmitten dieses durchsichtigen Wahlkampfgetöses im Regen stehen gelassen. Dabei hätten sowohl die Bundes- als auch die Staatsregierung durchaus Instrumente zur Verfügung, mit denen sie den Bauern im Kampf gegen den Preisverfall unter die Arme greifen könnten.

„Anstatt sich in Brüssel oder im Bundesrat erwartungsgemäß eine blutige Nase für reine Vorzeige-Anträge zu holen, sollten Aigner und Brunner endlich ihre Hausaufgaben machen“, fordert Sepp Daxenberger. So könnten die Einkommen der Bauern verbessert werden, wenn Deutschland wie andere europäische Staaten auch die so genannte Saldierung abschaffe. Bislang würden Über- oder Unterlieferungen gegeneinander aufgerechnet, so dass es für den einzelnen Milchbetrieb immer noch einen Anreiz gebe, mehr zu liefern als eigentlich vereinbart. „Die Preise für die Milchbauern können aber nur stabilisiert werden, wenn nicht länger am Bedarf vorbei produziert wird.“ Die Position der FDP, die auf die Weltmarktfähigkeit der bayerischen Bauern inklusive Gentechnik setze, sei dagegen für die betroffenen Betriebe der sichere Weg in den Ruin. 

Sepp Daxenberger forderte die schwarz-gelben Staatsregierung auf, endlich eine Qualitätsoffensive für bayerische Milch zu unterstützen: „Die Verbraucherinnen und Verbraucher sind dann bereit, einen höheren Milchpreis zu bezahlen, wenn sie dafür auch mehr Qualität erhalten. Wir fordern daher eine weiß-blaue Milchoffensive mit klaren Gütekriterien.“ Dazu zählt Sepp Daxenberger die Fütterung mit Klee und Gras statt Soja und Mais sowie den Verzicht auf Gentechnik im Viehfutter.

(9. September 2009)

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