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Mehr Anerkennung für die private Forstwirtschaft fordert der Kreisverband Traunstein von Bündnis 90/Die Grünen.

Mehr Anerkennung für die private Forstwirtschaft fordert der Kreisverband Traunstein von Bündnis 90/Die Grünen.

Grüne Forstpolitik

Auch mehr Anerkennung für den Privatwald

Die Nutzung des wichtigsten nachwachsenden Rohstoffes Holz, dem bedeutenden heimischen Bau- und Werkstoff, auf dem überwiegenden Teil der Waldfläche halten wir aus ökologischen wie wirtschaftlichen Gründen für unverzichtbar.

Nur ein gesunder, naturnaher und strukturreicher Wald ist in der Lage, seine vielfältigen Funktionen nachhaltig zu erbringen. Der eingeleitete Waldumbau, hin zu stabilen Mischwäldern und naturnahen Dauerwäldern, werden wir konsequent weiterführen. Wir GRÜNE setzen dabei im Staatswald auf eine Bewirtschaftung, die den Prinzipien der naturgemäßen Waldwirtschaft entspricht.

Die Bewirtschaftung öffentlicher Wälder ist zu keiner Zeit auf kurzfristige Gewinnorientierung zu trimmen, das Beispiel Bayern zeigt die negativen Auswirkungen: massiver Stellenabbau, besonders im ländlichen Raum. Der GRÜNE „öffentliche Waldbesitz“ dient dem Allgemeinwohl im besonderen Maße. Er ist in jeder Hinsicht vorbildlich und nachhaltig zu bewirtschaften. Es gilt auch die biologische Vielfalt im Staatswald zu sichern und zu verbessern. Das Ziel der Biodiversitätsstrategie ist umzusetzen. In Bayern werden wir GRÜNE bis Ende 2014 für alle Staatswaldbetriebe regionale Naturschutzkonzepte vorlegen und das Netz der Naturwaldreservate mittelfristig ergänzen.

Zur Vorbildfunktion gehört es auch Arbeitsplätze zu erhalten, den Stellenabbau werden wir beenden.

Die rationelle Holzernte auch mit geeigneten Maschinen wollen wir nicht gänzlich aus dem Wald verbannen. Einen maschinengerechten Wald jedoch lehnen wir ab, da er mit dem Ziel einer naturgemäßen Bewirtschaftung nicht vereinbar ist. GRÜNE Waldbewirtschaftung setzt auf Kostenreduktion durch die vorrangige Ausnutzung biologischer Prozesse zur Erreichung waldbaulicher Ziele (z.B. Naturverjüngung).

Mehr Anerkennung für den Privatwald

Unsere Wälder müssen in Folge des Klimawandels möglichst rasch in artenreiche Mischwälder umgewandelt werden. Dies stellt gerade den Klein- und Kleinstprivatwald vor eine sehr große Aufgabe. Aufgrund der enormen Herausforderungen müssen nicht nur entsprechend Fördergelder, zum Beispiel für Laubholzpflanzungen, bereitgestellt werden, sondern es bedarf auch dringend einer Intensivierung der staatlichen Beratung. Wir werden die freiwilligen Zusammenschlüsse der WaldbesitzerInnen stärken, um die strukturellen Nachteile im Kleinprivatwald auszugleichen. Viele private WaldbesitzerInnen leisten bereits heute einen wichtigen Beitrag zum Naturschutz im Wald. Diese freiwilligen Leistungen bei der Umsetzung der Natura 2.000 Ziele gilt es zu honorieren, weshalb wir die Mittel für den Vertragsnaturschutz im Wald erhöhen wollen.

Forst- und Holzwirtschaft als Wirtschaftsfaktor

Im Bereich des Clusters „Forst und Holz“ sind allein in Bayern rund 162.000 Menschen beschäftigt. Die Forst- und Holzwirtschaft stellt insbesondere im ländlichen Raum wertvolle Arbeitsplätze und einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor dar. Sie ist Motor einer nachhaltigen Entwicklung ländlicher Räume. Wir GRÜNE wollen diesen Sektor stärken und weiter ausbauen. Unser Ziel ist es, den nachwachsenden Rohstoff Holz so nachhaltig und naturverträglich wie möglich bereitzustellen und ihn so intelligent und effizient wie möglich zu nutzen. Vorliegende wissenschaftliche Studien und Ökobilanzen belegen, dass die nachhaltige Nutzung und Verwendung von Holz vor allem in langlebigen Produkten nicht nur energieeffizient, sondern auch hinsichtlich der Verminderung und Speicherung der Treibhausgasemissionen (Klimaschutz) positiv wirkt.

Der Einsatz von Holz als Baumaterial und als Werkstoff ist daher deutlich zu erhöhen. Nach einer oder mehrerer Stufen stofflicher Nutzung sind Holzprodukte dann auch noch Energieträger. Die direkte energetische Nutzung von Waldholz muss auf möglichst diejenigen Sortimente begrenzt werden, die keiner stofflichen Verwertung zugeführt werden können.

Regionalisierung der Wertschöpfung

Den dezentral in der Region wachsenden Rohstoff Holz wollen wir wieder verstärkt den regionalen Wirtschaftskreisläufen zuführen. Die im Wesentlichen klein- und mittelständischen holzverarbeitenden Betriebe brauchen eine Versorgungssicherheit, sie sichern wertvolle Arbeitsplätze vor allem im ländlichen Raum. GRÜNE fördern das „Holz der kurzen Wege“, dezentrale Strukturen sind wichtiges Ziel der Holznutzung und Holzverwertung. GRÜNE stärken die Wertschöpfungskette „Wald-Forst-Holz“, nutzen die positiven volkswirtschaftlichen Effekte.

Mehr Wissen rund um Wald, Forst und Holz

Der Klimawandel, der Umbau der Wälder, der mittelfristig steigende Anteil der Laubhölzer erfordern genauso wie die notwendigen Innovationen im Bereich der stofflichen Nutzung nachwachsender Rohstoffe schon heute größere Anstrengungen in Forschung und Lehre. Wir wollen die Forschung an den Hochschulen Bayerns in diesem Sektor deutlich intensivieren, um somit den europäischen Spitzenplatz weiter zu verteidigen. Der Austausch von Wissenschaft und Wirtschaft im Hinblick auf die Umsetzung wissenschaftlicher Ergebnisse soll deutlich intensiviert werden. GRÜNE geben der „Waldpädagogik“ wieder einen höheren Stellenwert, denn Waldbewirtschaftung und Holznutzung bieten für die Schulausbildung wertvolle Beispiele einer nachhaltigen Wirtschaftsweise.

Ökologie und Tierschutz in der Jagd

Die heutige Jagdgesetzgebung geht im Wesentlichen auf das 1934 erlassene Reichsjagdgesetz zurück und ist nicht mehr zeitgemäß. GRÜNE Jagdpolitik wird sich streng an den Kriterien der Ökologie und des Tierschutzes orientieren. Eine natürliche Waldverjüngung muss möglich sein. Die sich weiter verändernden Lebensräume erfordern eine Neuausrichtung sowie ein kluges, an der Ökologie ausgerichtetes Wildtiermanagement. Eine konsequente Bestandsregulierung des Schalen- und des Schwarzwildes sind ebenso Bestandteil GRÜNER Jagdpolitik wie der Schutz von gefährdeten Tierarten, die nicht bejagt werden dürfen. Den Abschuss von Haustieren sowie den Einsatz von Fallen lehnen wir ab, den Zwang zur Trophäenschau werden wir abschaffen und die Fütterung von Wild nur noch in den tatsächlichen Notzeiten zulassen. Die Liste der jagdbaren Tierarten werden wir überarbeiten. Wolf, Bär, Luchs & Co. – die Rückkehrer sind Teil des Ökosystems Wald sowie der Schöpfung. Das Beispiel anderer Länder zeigt, dass ein Zusammenleben zwischen Wildtieren aller Art und Menschen möglich ist. GRÜNE setzen auf Aufklärung und Sensibilisierung, auf kluge Managementpläne und wollen über Umweltbildungsmaßnahmen in Kindergärten und Schulen das Miteinander fördern und lange geschürte Ängste abbauen. Dr. Bernhard Zimmer

(15. September 2013)

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