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Fakten direkt von der Quelle: Dr. Toni Hofreiter.

Fakten zum Ausbau der A8 lieferte Dr. Toni Hofreiter, Vorsitzender des Verkehrsausschusses im Bundestag. Foto: Tibor Bozi

Ferienregion oder Transitregion?

MdB Dr. Toni Hofreiter nennt Fakten zum Ausbau der A8

An der Baustelle der Bergener Brücke in Hasperting haben sich am 13. Juli 2010 Interessierte mit unserem grünen Bundestagsabgeordneten Toni Hofreiter aus dem Landkreis München getroffen. Hofreiter sitzt im Verkehrsausschuss des Bundestages und konnte daher die echten Fakten direkt von der Quelle nennen.

Technisch besteht kein Bedarf für einen Ausbau 6+2, da sich die tägliche Belastung der A8 zwischen Rosenheim und Salzburg unter 65.000 Fahrzeugen bewegt. Die Ausbaumaße sind allerdings immer eine rein politische Entscheidung.

Mit einem Tempolimit lässt sich die Kapazität der Autobahn erhöhen. Das Optimum lässt sich bei Tempo 80 erreichen. Aber Tempo 120 würde auch schon sehr viel bringen. Der Lärm lässt sich mit einer erlaubten Höchstgeschwindigkeit ebenso senken. Am schlimmsten sind nämlich die vereinzelten Raser in der Nacht. Ihre Geräusche lassen sich mit Lärmschutzwänden kaum eindämmen, Lkw-Lärm dagegen schon. Es ist auch einfach rausgeschmissenes Geld, wenn Autobahnen für eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h und mehr mit riesigen Kurvenradien und breiten Spuren gebaut werden.

Hofreiter sprach sich für 4+2 mit 27 m Kronenbreite aus, wie es schon in neuen Abschnitt bei Übersee der Fall ist. Sparquerschnitt statt Regelquerschnitt mit 32 m Kronenbreite tut’s eben auch.

Richtigen Nutzen aus der 6+2-Variante würde nicht einmal die Bauwirtschaft ziehen, da diese deutschlandweit arbeitet. Anders sieht es für das Transportgewerbe aus, das im ausgehenden Ölzeitalter für freie Fahrt plädiert. Das ist sogar irgendwie verständlich, da die dringend notwendige Bahntransit-Strecke München-Mühldorf-Salzburg kaum Unterstützung vom Bundesverkehrsministerium bekommt. Herr Ramsauer ist hier erstaunlich unauffällig.

Hofreiter warnte davor, vor dem Planer-Argument „Es ist schon alles entschieden“ einzuknicken. Denn entschieden ist alles erst, wenn der Bagger kommt. Und das ist erst möglich, wenn die Baumaßnahme politisch entschieden ist und im Anhang zu Einzelplan 12 des Bundeshaushalts steht. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist gering, denn für Fernstraßen-Neubau stehen 2,2 Milliarden pro Jahr für ganz Deutschland zur Verfügung. Die A8 von der Grenze bis Rosenheim mit 6+2 Spuren auszubauen würde allein 800 Millionen kosten. Die Planungsbehörden verfolgen daher eine Salamitaktik von einzelnen Bauabschnitten und gelegentlichen Grundstückskäufen. Wenn dabei ein Landwirt angepachtete Flächen an der Autobahn bewirtschaftet, fallen diese ersatzlos weg , denn er ist ja nicht Eigentümer.

Die BI muss im Planfeststellungsverfahren alle Argumente einbringen, da vor Gericht im Rahmen der „Präklusion“ nur diese beachtet werden.

Ungläubig reagierte Hofreiter auf den Planungsansatz des Landkreises Traunstein, so genannte Assembler-Betriebe in der Region anzusiedeln, da man durch die beiden Autobahnen Brennerautobahn und A8 am Güterstrom günstig liege. Alle ihm bekannten Assembler-Betriebe stehen auf dem Gelände von Seehäfen wegen der extrem günstigen Logistikkosten. Kein anderer Standort kann da mithalten.

(16. Juli 2010)
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