zurück zur Themenseite Verkehr
Die Salzachbrücke in Laufen reicht Landrat Steinmaßl nicht.

Die Salzachbrücke in Laufen reicht Landrat Steinmaßl nicht. Er will eine mautfreie Brücke bei Fridolfing, die dem Schwerverkehr eine kostengünstige Alternative zur mautpflichtigen Autobahn bietet. Die Finanzierung der Hermann-Steinmaßl-Brücke indes ist alles andere als gesichert. Foto: Andreas Falkinger

Finanzierung der Brücke nicht gesichert

Förderung beim Freistaat nicht beantragt, EU-Förderung nicht möglich

Aus der Antwort auf eine schriftliche Anfrage des Landtagsabgeordneten Sepp Daxenberger zum Thema „Salzachbrücke bei Fridolfing“ geht hervor, dass die Förderung des Bauwerks durch den Freistaat bislang noch nicht einmal beantragt wurde. Zwar wurde dem Landkreis Traunstein zugesagt, dass das Projekt durch den Freistaat Bayern „bestmöglich gefördert“ wird, eine konkrete Erläuterung, um welche Summen es sich handelt, fehlt aber bislang. Auch die oft erwähnte Fördermöglichkeit durch die EU im Rahmen eines Euregio-Projekts ist nach dieser Antwort nicht möglich. So heißt es in dem Dokument: „Derzeit sind keine Möglichkeiten für eine Förderung durch die EU erkennbar.“

Die Antwort des Innenministeriums zeigt aber darüber hinaus noch weitere Aspekte auf, die auf Probleme bei der Planung dieses Bauwerks hinweisen. So habe die Brücke lediglich regionale Bedeutung: „Die Straße ist (…) nicht dem landesweiten Durchgangsverkehr zu dienen bestimmt, da sich die überwiegenden Verkehrbeziehungen nicht über mehrere Landkreise hinweg erstrecken.“ Der Landtagsabgeordnete Sepp Daxenberger weist jedoch darauf hin, dass ein Eingriff in das FFH-Gebiet nach EU-Recht nur dann möglich ist, wenn die Straße eine überregionale Bedeutung hat. Davon abgesehen kritisiert er: „Die Beurteilung geht doch an der Praxis vorbei: Mit Anschluss der Straße an die B 20 öffnet das Brückenprojekt dem Mautausweichverkehr Tür und Tor. Leidtragende werden die Kommunen sein, die dann mit höherer Verkehrsbelastung rechnen müssen.“

Hochproblematisch scheint der Bauuntergrund zu sein. Große Kostensteigerungen ergaben sich laut Innenministerium u.a. aus den Untergrundverhältnissen. Die Brücke müsste in diesem Fall mit schwimmenden Fundamenten auf einer mindestens 40 Meter tiefen Seetonschicht erbaut werden. Die vom Innenministerium als Vergleich herangezogene Brücke über die Eisenbahn bei Bernau wurde nicht schwimmend errichtet, sondern durch bis zu 50 Meter tiefe Pfähle auf festem Grund.

Fazit des Wagingers Sepp Daxenberger: „Die Salzachbrücke steht offensichtlich sowohl finanziell als auch tatsächlich im Hinblick auf den Untergrund auf einem äußerst wackeligen Fundament.“ Pressemitteilung Sepp Daxenberger, MdL

(10. Juli 2010)
Felicitas Wendt in den Bezirkstag
Newsletter von Gisela Sengl
Kreisrundbrief
Mitglied werden
Spende ein Plakat