Chieming, Hart, Ising – unser Zukunftsplan. Nachhaltig. Gemeinsam. Jetzt!




Grundzüge Wahlprogramm 2026
Präambel: Sozial-ökologische Kommunalpolitik für die Gemeinde Chieming und ihre Bürger:innen
Sozial-ökologische Kommunalpolitik für die Gemeinde Chieming
Die Gemeinde Chieming, der Chiemsee und der Chiemgau bieten uns eine außergewöhnliche und wunderschöne Umgebung! Diese besondere Natur stellt uns aber auch vor eine große Verantwortung: Wir müssen die Lebensgrundlagen vor Ort erhalten und nachhaltig weiterentwickeln.
Wir gehen mit allen Ressourcen in Chieming – sei es Natur- und Kulturlandschaften, Wasser, Energie oder Steuergelder – so sorgfältig um, dass auch zukünftige Generationen eine gesunde und sichere Grundlage für ihr Leben und ihre Entwicklung haben.
Familien sind das Fundament einer lebendigen und zukunftsfähigen Gemeinde. Darum setzen wir uns mit Nachdruck dafür ein, die Lebensbedingungen der Chieminger Bürger:innen zu sichern und kontinuierlich zu verbessern. Unser Ziel ist es, Rahmenbedingungen zu schaffen, die Familien stärken, ihnen Perspektiven eröffnen und das Zusammenleben in unserer Gemeinde nachhaltig fördern.
Unser Ziel ist es, alle Entscheidungen in der Gemeinde Chieming so zu treffen, dass die vorhandenen Ressourcen sparsam, effizient und sozial gerecht genutzt werden.
1. Klimaschutz in der Gemeinde Chieming
Globaler Klimaschutz gelingt nur, wenn wir auch ganz konkret vor Ort anpacken. Hierzu
setzen wir auf folgende Maßnahmen:
- Energie
Unser Ziel ist es, den gesamten Energiebedarf unserer Gemeinde klimaneutral zu decken. Dabei legen wir großen Wert auf eine verlässliche Planung für eine dezentrale Energieversorgung. Wir fördern den Einsatz moderner Technologien wie große Batteriespeicher oder Agri-Photovoltaikanlagen – vorausgesetzt, ihre Umsetzung ist praktikabel und effizient. - Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV)
Im ländlichen Raum ist es nur möglich, auf das Auto zu verzichten, wenn durch eine gute ÖPNV-Anbindung trotzdem Mobilität gewährleistet ist. Deshalb unterstützen wir weiterhin den gemeindlichen Rufbus „TRAUDL“, der 2026 in Betrieb gehen soll, sowie die Ausweitung des gemeindlichen Car-Sharing Angebotes. Außerdem setzen wir uns für eine Ausweitung des ÖPNV innerhalb unserer Gemeinde ein, z.B. fordern wir, dass eine Bus-Anbindung an das LSH Ising aus Richtung Hart erfolgt.
2. Trinkwassersicherung und Grundwasserschutz
Trinkwasser ist unser wichtigstes Lebensmittel. Die zunehmende Trockenheit durch den Klimawandel hat Auswirkungen auf die Trinkwasser-Gewinnung und den Grundwasserspiegel. Obwohl vermeintlich noch ausreichend Wasser aus dem Hahn kommt, müssen frühzeitig Schutz- und Wassersparmaßnahmen entwickelt werden. Die Grundwasserpegel sind auch in Süddeutschland von sinkenden Werten bedroht. Wir setzen uns dafür ein, dass Trinkwassergewinnung auch weiterhin in öffentlicher Hand bleibt.
3. Artenschutz in der Gemeinde Chieming
Die Hälfte der heimischen Tier- und Pflanzenwelt ist bedroht. Deshalb brauchen die Lebensräume von Flora und Fauna wirksamen Schutz und Weiterentwicklung. Wir wollen sämtliche gemeindlichen Flächen nachhaltig und ökologisch bewirtschaften und als Biotop-Partner (des bayr. Landesamt für Umwelt) einen wirksamen Biotopverbund im Gemeindegebiet ermöglichen.
Darüber hinaus wollen wir durch gezielte Anreize, wie Wettbewerbe, die Anlage naturnaher Gärten fördern. So stärken wir die ökologische Vielfalt, verbessern die Lebensqualität und leisten einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz in unserer Gemeinde. Wir schaffen dafür klare Anreize und bieten konkrete Hilfen an:
- Beratung und Workshops für Bürgerinnen und Bürger, die ihren Garten ökologisch gestalten möchten.
- Finanzielle Zuschüsse für die Anlage von Blühflächen, heimischen Hecken oder Obstbäumen.
- Kooperationen mit Schulen und Vereinen, um Wissen über nachhaltige Gartenpflege weiterzugeben.
- Einführung eines „Eh-da-Projektes“: vorhandene, bislang ungenutzte Bereiche in unserer Gemeinde werden hinsichtlich ihres Ökosystems begutachtet – ohne Verlust landwirtschaftlicher Fläche – und dann geplant, wie die biologische Vielfalt gezielt und kosteneffiziert gefördert werden kann. (hppt://www.eh-da-flaechen.de)
4. Grund und Boden in der Gemeinde Chieming
Grund und Boden sind nicht vermehrbar. Sorgsamer Umgang mit den Flächen und Grundstücken muss daher die verpflichtende Leitlinie für eine verantwortliche Gemeindeentwicklung sein.
Konkret:
- Eine Vergrößerung des bestehenden Lidl Gebäudes mit entsprechend großen versiegelten Parkflächen statt einer Tiefgarage lehnen wir ab.
- Bedarfsnotwendige Ausweisung von Gewerbeflächen für heimische Betriebe zur Standortsicherung.
5. Wohnen in der Gemeinde Chieming
Begrenzt verfügbare Flächen und die demographische Veränderung erfordern bedarfsgerechte Konzepte für das Wohnen der Zukunft. Zentrales Ziel ist und bleibt bezahlbarer Wohnraum, der etwa mit kommunalem Geschosswohnungsbau erreicht werden kann:
- Wir befürworten den Bau von kommunalen Mietwohnungen für Familien auf dem gemeindlichen Grundstück im Neubaugebiet Egerer. So sichern wir bezahlbaren Wohnraum auch für die Zukunft.
- Zudem setzen wir uns für eine gemeindliche Wohnraumbörse ein, mit der freiwerdende Wohnungen an Wohnungssuchende weitervermittelt werden können.
- Beim Wohnhausbau unterstützen wir teilbaren Wohnraum mit eventueller Förderung sowie multifunktionale Bauweise.
- Durch Leerstandsmanagement und Beratungsangebote werden die Eigentümer leerstehender Immobilien angeregt, Wohnraum zur Vermietung bereitzustellen.
- Wir entwickeln Konzepte zur Sicherstellung der medizinischen Versorgung innerhalb der Gemeinde für die mittelfristige Zukunft.
6. Zusammen leben in der Gemeinde Chieming
Kinder, Jugendliche und Familien
Familienfreundlich heißt zukunftsfähig! Deshalb werden wir uns für Rahmenbedingungen einsetzen, die Familie und Beruf besser miteinander vereinbar machen.
- Überprüfung des Umfangs und ggf. Erweiterung der Ganztagsbetreuungsangebote
- Erweiterung der Ferienprogramms in eine Ferienbetreuung, die zuverlässig eine tägliche Stundenzahl abdeckt.
Jugend braucht Raum – und wir machen ihn auf! Offene Jugendarbeit ist kein Luxus, sondern ein Grundrecht auf Teilhabe. Wir schaffen Begegnungsräume für Jugendliche, die es ermöglichen, sich selbstwirksam zu erleben, sich auszuprobieren, sich in kommunale Entscheidungsprozesse einzubringen und bei Bedarf niederschwellige Beratung zu erhalten.
- Wir fordern die Einführung von Offener Jugendarbeit: ein Jugendtreff mit sozialpädagogischer Begleitung, der nach den Wünschen und Bedürfnissen der Jugendlichen und mit ihnen gestaltet wird.
- Wir unterstützen die Bereitstellung einer Beteiligungs-App, die es den Jugendlichen ermöglicht, Ideen und Vorschläge einzubringen, darüber zu diskutieren und abzustimmen. Die App kann von Vereinen genutzt werden, um Angebote für Jugendliche zu bewerben.
- Es soll in regelmäßigen Abständen ein Jugendforum eingeführt werden, innerhalb dessen Jugendliche und junge Erwachsene sich als beratendes Gremium für den Gemeinderat austauschen. Die Möglichkeiten, Einfluss zu nehmen oder ein mögliches Budget für eigenständige Entscheidungen werden vom Gemeinderat definiert.
Förderung von Kunst und Kultur
Wir setzen uns dafür ein, Chieming als lebendigen und vielfältigen Kulturstandort weiterhin zu stärken und den Bürger:innen einen einfachen Zugang zu kulturellen Angeboten zu ermöglichen.
- Ein besonderes Anliegen ist uns dabei die Unterstützung der örtlichen Vereine und kulturellen Einrichtungen, die das Gemeindeleben prägen (Musikschule, Chieminger Blasmusik, Musikverein, Trachtenverein).
- Wir möchten neue kulturelle Impulse setzen, indem wir Konzerte, Lesungen, Ausstellungen oder ähnliche Veranstaltungen initiieren.
- Besonders die kulturelle Arbeit mit Jugendlichen wollen wir stärken, etwa durch die Unterstützung von Band-Projekten und die Bereitstellung geeigneter Probenräume.
- Chieming soll zudem stärker als kultureller Veranstaltungsort im Landkreis wahrgenommen werden – beispielsweise für überregionale Formate wie die Chiemgauer Kulturtage oder den Musiksommer zwischen Inn und Salzach.
- Um allen Bürger:innen die Teilhabe am kulturellen Leben zu erleichtern, planen wir außerdem die Organisation von Fahrten zu Konzerten und Ausstellungen.
Gesundheitsversorgung in der Gemeinde
Eine qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung ist keine Selbstverständlichkeit mehr. Wohnortnahe Angebote von pflegerischen, therapeutischen und ärztlichen Leistungen müssen gefördert werden um auch in Zukunft die Versorgung sicherzustellen.
An der Chieminger Max-Kurz-Straße wird das örtliche Seniorenzentrum entstehen, das weiterhin kommunal eng begleitet werden soll. Neben dem erfolgreich umgesetzten
Quartiersmanagement bildet das Zentrum mit stationärer Pflege, betreutem Wohnen und einer Tagespflege die Voraussetzung, damit Menschen mit unterschiedlichem Pflege- und Betreuungsaufwand in der Gemeinde verbleiben können.
- Gemeindliche Unterstützung von Ansiedlung pflegerischer und therapeutischer Leistungsanbieter (z.B. amb. Pflegediensten).
- Planung eines gemeindlichen Gesundheitszentrums mit attraktiven Räumlichkeiten für alle Arten von Gesundheitsdienstleistern.
7. Verkehr in der Gemeinde Chieming
Der gesundheitliche Lärmschutz und die Verkehrssicherheit für Fußgänger:innen und Radfahrer:innen, sowie die verbesserte Aufenthaltsqualität sind bei der Planung von Veränderungen das wichtigste Argument für uns.
- Nach Tempo 30 bei der gemeindlichen Kita „Kunterbunt“ wollen wir die Verkehrsberuhigung der Ortsdurchfahrt weiter vorantreiben.
- Für die Stötthamer Straße und den Übergang auf den Chiemseerundweg in Chieming wollen wir Lösungen erarbeiten, wie gerade im Sommer die gemeinsame Nutzung durch Fahrrad- und Autofahrende sicherer werden kann.
- Im Ortsteil Ising soll die Kreuzung Thauernhausener Straße – An der Kapelle – Kirchberg sicherer für Fußgänger:innen gestaltet werden.
- Bei zunehmend höherer Nutzung der Straße zwischen Knesing und Sondermoning durch LKWs halten wir einen Radweg an dieser Strecke für dringend notwendig.
- Wir setzen uns ein für Tempo 70 in Manholding ein.
8. Aktive Bürgerbeteiligung bei der Dorf- und Gemeindeentwicklung
Themenbezogene Bürgerbeteiligung wollen wir unterstützen. Die Ausgestaltung des genauen Formats soll dabei schon Teil dieser Bürgerbeteiligung sein.
- Wir wollen eine Bürgerfragestunde regelmäßig vor den Gemeinderatssitzungen etablieren.
- Zu kontroversen Themen wollen wir Treffen interessierter Bürger und Bürgerinnen organisieren, um eine Plattform für eine konstruktive Diskussion zu schaffen.
- Zur Beteiligung der Jugendlichen wollen wir eine datenschutzkonforme App einführen (siehe auch 6.).
- Im Gemeinderat soll ein Bürgeretat beschlossen und in die Haushaltsplanung eingestellt werden, mit dem bei Bürgerwünschen flexibel gehaushaltet werden kann.
9. Lernen, Arbeiten und Wirtschaften in der Gemeinde Chieming
Die bestehenden Gewerbe- und Wirtschaftsbetriebe sind eine zentrale und unverzichtbare Säule der Gemeinde. Wir unterstützen die Weiterentwicklung von Gewerbeflächen unter ökologischen Gesichtspunkten. Eine nachhaltige und naturverträgliche Entwicklung des Tourismus wird von uns weiterhin unterstützt. Außerdem setzen wir uns für innovative Konzepte an unserer Schule ein, um Chieming als Mittelschulstandort zu erhalten. Dadurch bleiben Jugendliche als potenzielle Auszubildende der heimischen Betriebe vor Ort.
Wir setzen uns ein für:
- Weiterentwicklung der Gewerbeflächen unter ökologischen Gesichtspunkten.
- Förderung einer Profilschule durch eine Kooperation der Mittelschule mit Gemeinde, Betrieben und Jugendsozialarbeit.
- Stärkung der Alltagskompetenzen durch Angebote in den Bereichen Ernährung, Berufsbildung und gesellschaftliche Kompetenz.
