Wer von den Chieminger Gemeinderäten der Grünen hat schon mal einen Preis bei einem Pippi-Langstrumpf-Wettbewerb des ZDF gewonnen? Wer von den Grünen-Kandidaten musste im Feuerwehrauto zu seiner Hochzeit gefahren werden, weil’s so pressiert hat? Und wer war schon mal am Oscar-Gewinn eines Films beteiligt?
Neben ihren Daten und Fakten und ihren politischen Interessen haben sich die Gemeinderatskandidaten der Chieminger Grünen heuer mit einem amüsanten Quiz zu ungewöhnlichen Merkmalen vorgestellt. Bei drei Vorstellungsrunden, bei einem Frühschoppen beim Bräu in Hart, im Haus am See in Chieming und im „Goldenen Pflug“ in Ising, zeigten die potentiellen Gemeinderäte ganz unverhoffte Seiten.
Man sei „richtig begeistert“ von der Kandidatenpalette, schwärmte Ortssprecherin Andrea Roll. Traditionell war die Liste auch wieder für „Freunde“ des Ortsverbands geöffnet, so dass die Grünen nun „16 Kandidaten ins Rennen schicken, denen wir mit voller Überzeugung die Zukunft unserer Gemeinde anvertrauen können“.
Inhaltlich präsentierten die 16 Kandidaten ihre ortspolitischen Schwerpunkte in vier Themenfeldern. Beim Verkehr stehen für die Grünen gesundheitlicher Lärmschutz, die Sicherheit für den Fußgänger- und Radverkehr und damit für die Kinder sowie die verbesserte Aufenthaltsqualität im Vordergrund.
„Radwege sind für unsere Bürger wie für die Gäste, die hier Urlaub machen, ein Mehrwert“, betonte Lisa Heimbucher (Listenplatz 5). Dies trage zur Förderung nachhaltiger Mobilität bei und mache das Radfahren sicherer, insbesondere für Kinder. „Die Umgehungsstraße wäre ein Fiasko für die Natur“, betonte einmal mehr Gerhard Bresoski, der Vorsitzende des Bürgervereins Chieming (Listenplatz 9). Der Weg der Grünen mit Beruhigung der Hauptstraße und Geschwindigkeitsreduzierungen habe bereits erste Erfolge gezeigt.
Angesichts der dramatisch gestiegenen Wohnraummieten forderte Ferdinand Hecht (Listenplatz 2) im nächsten Themenblock „dringend die Förderung von Geschosswohnungsbau“ Das Gemeinde-Grundstück in Egerer müsse dringend bebaut werden.
Andreas Fritz (Listenplatz 14) und Ariane Ruess-Maier (Listenplatz 11) unterstrichen den Einsatz der Grünen für den Erhalt der Mittelschule: „Das ist entscheidend für unsere Jugendlichen und die Betriebe in der Gemeinde.“
Ein weiteres zentrales Thema war der sorgsame Umgang mit Flächen, der von Spitzenkandidatin Angelika Maier dargestellt wurde: „Gemeindliche Steuerung bewirkt durchdachte Lösungen.“ Projekte wie der neue Lidl-Markt nach Abriss des alten an gleicher Stelle sollten nur nach sorgfältigen Überlegungen zur langfristigen Flächennutzung getätigt werden.
Lea Woidlich (Listenplatz 7) und Lara Mandl (Listenplatz 15) stellten Projekte zu Umwelt- und Artenschutz vor, so etwa die Förderung von naturnahen Gärten oder die Aufwertung von „eh da“-Flächen – Flächen, die eben „eh da“ sind und die ökologisch verbessert werden könnten. „Auch Kooperationen mit Schulen sollen Kindern Wissen über gute Ernährung und ökologisches Gärtnern vermitteln“, finden die Grünen.
Intensive Bürgerbeteiligung und die Förderung von Kultur sollen die Lebensqualität in Chieming stärken, so die Grünen. „Bürgersprechstunden vor den Gemeinderatssitzungen könnten den Dialog intensivieren,“ empfahl Sebastian Heller (Listenplatz 4). „Ich sähe meine Rolle als Gemeinderatsmitglied darin, ein offenes Ohr für die Anliegen der Bürger zu haben und deren Ideen ernst zu nehmen“, sagte Frank Jetzfellner (Listenplatz 10).
Musiker Thomas Hartmann (Listenplatz 6) forderte, „die Musikschule und lokale Vereine weiter zu unterstützen und auch bei Konzerten und Ausstellungen intensiver auf die schönen Orte in unserer Gemeinde zurückzugreifen“. Klinikleiter Dr. Wolfgang Richter (Listenplatz 8) sprach als zukunftsorientierten Ansatz an, „frühzeitig über die Planung eines Gesundheitszentrums nachzudenken, um den Bedürfnissen unserer Gemeinde gerecht zu werden“.

Kandidatenvorstellung in Chieming: (v. li.) Moderator Andreas Schneider, Thomas Hartmann, Frank Jetzfellner, Wolfgang Richter, Martina Uhlig und Sebastian Heller.
