Der Ortsverband von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN lud zu einer Diskussionsveranstaltung im Fishbowl-Format in den Ruhpoldinger Hof ein – die hohe Beteiligung zeigte das Interesse für dieses Format und die politischen Inhalte der Grünen. Ziel des Abends war es, aktuelle kommunalpolitische Themen gemeinsam zu diskutieren und unterschiedliche Perspektiven sichtbar zu machen.
Martina Steinbacher begrüßte die Gäste und erläuterte das Prinzip der Fishbowl: Ein innerer Stuhlkreis bildet die aktive Diskussionsrunde, außen sitzen Zuhörerinnen und Zuhörer. Im Innenkreis nahmen 3 KandidatInnen Platz, Bürgermeisterkandidatin Manuela Wittke, die GemeinderatskandidatInnen Gitti Paul und Herbert Koch. Zwei freie Stühle ermöglichten es jederzeit, spontan in die Diskussion einzusteigen. Wer sich beteiligt, ob KandidatIn oder Mitdiskutierende, nehmen Platz, bringen ihren Beitrag ein und machen anschließend wieder Platz für andere. Dieses Format schuf eine offene, respektvolle und zugleich dynamische Gesprächsatmosphäre.

Inhaltlich standen mehrere Themen im Mittelpunkt, die Ruhpolding derzeit bewegen: Bezahlbares Wohnen, Fremdenverkehrsbeitrag, Biathlon, Tourismus und bezahlbare Kinderbetreuung. Gleich zu Beginn betonte Manuela Wittke, wie wichtig Transparenz, frühzeitige Bürgerbeteiligung und mögliche „Zukunftswerkstätten“ bei kommunalen Entscheidungen und mehr Zusammenhalt im Ort seien. Brigitte Paul verwies auf die Herausforderungen bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, sie sprach sich für eine langfristige und wirksame Strategie aus.
Auch aus dem Publikum meldeten sich zahlreiche Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu Wort. Peter Navratil schilderte persönliche Erfahrungen mit der Transparenz, während Jürgen Gstatter konkrete Verbesserungsvorschläge einbrachte. Trotz steigender Abgabenlast werde das Tourismusmarketing immer weiter zurückgefahren, was zusätzlich zu Umsatzeinbußen durch leere Betten führe. Sepp Hohlweger merkte an, dass auch ein erhöhter Fremdenverkehrsbeitrag nicht reichen werde um das Hallenbaddefizit zu decken. An welcher Schraube werde noch gedreht? Die Frage tauchte auf, wie sich die Grünen zum Biathlon positionieren. Sebastian Steinbacher setzte sich in die Runde und stellte klar, dass, solange der Aufwand vertretbar sei an der Chiemgauarena nicht gerüttelt werde. Trotz teils kontroverser Standpunkte blieb die Diskussion sachlich und lösungsorientiert.
Bürgermeisterkandidatin Manuela Wittke hob hervor, dass genau dieser offene Austausch das Ziel der Veranstaltung gewesen sei: „Wir wollen nicht nur informieren, sondern zuhören und gemeinsam nach tragfähigen Lösungen suchen.“ Mehrere Teilnehmende regten an, solche Diskussionsabende regelmäßig anzubieten, um den Dialog zwischen Politik und Bürgerschaft weiter zu stärken. Der Abend im Ruhpoldinger Hof machte deutlich:
Demokratie lebt vom Mitmachen – und vom offenen Gespräch.
