Am 05. Februar hat der Ortsverband Traunreut ins Studio des k1 Traunreut eingeladen zu einem Vortrag mit der Landesvorsitzenden Gisela Sengl.
Musikalisch begleitet wurde der Abend von der Band „Cuartuno“, die zum Auftakt, vor Beginn des Vortrags und zum Abschluss des Abends die Stimmung mit südamerikanischen Rhythmen auflockerte.

Nach einer kurzen Begrüßung durch die OV-Sprecher*innen Angelika Grätz und Norbert Wolff, schilderte der Traunreuter Stadtrat, Martin Czepan, die aktuelle Wohnsituation in Traunreut. Ungefähr 1000 Wohnungen fehlen gemäß aktueller Zahlen, aber durch die geplanten Neubauten im Wohngebiet Stocket sowie im Munapark sei Traunreut hier auf einem guten Weg. Wichtig wäre jedoch auch, die vorhandenen Leerstände zu nutzen.

Anschließend stellte Gisela Sengl die Ausgangslage in Bayern dar sowie die Forderungen und Lösungsansätze der Grünen.
Folgende Maßnahmen können ergriffen werden, um Probleme wie steigende Mieten, hohe Baukosten sowie knappen Wohnraum zu bewältigen:
- Langfristige Förderung des kommunalen Wohnungsbaus durch gesicherte Finanzierung des Fördertopfs Kommunales Wohnraumförderungsprogramm (KommWFP)
- Einführung der Grundsteuer C für brachliegendes Bauland
- Zweckentfremdungsverbot für alle Kommunen ermöglichen
- Leerstandskataster verpflichtend einführen, um Leerstandsabgabe erheben zu können sowie ggf. Kauf von Gebäuden durch die Gemeinde ermöglichen bei Leerstand über zehn Jahre
- Förderung von Erbpachtmodellen, vor allem Vergabe kommunaler Grundstücke nur durch Erbpacht
- Stärkung kommunaler Wohnbaugesellschaften & Genossenschaften
- Mietpreisbremse dauerhaft entfristen und Schlupflöcher schließen
- Wohnungstauschbörsen unterstützen
- Faire Vermieter entlasten: Mieteinnahmen nur nach der tatsächlichen Einnahme besteuern
- Grunderwerbssteuer abschaffen für erstes selbstgenutztes Eigenheim
- Zinslose Kredite für Schaffung von zusätzlichem privaten Wohnraum
- Bürokratieabbau für private Bauvorhaben
- Umbauordnung entwickeln, um Bauen im Bestand zu erleichtern

Außerdem nannte die Referentin einige positive Beispiele aus verschiedenen Regionen. In München nannte sie beispielsweise die Vorteile der Wohnbaugesellschaft „Münchner Wohnen“ sowie erfolgreiche Bauprojekte in der Landeshauptstadt. Sie hob auch den Umgang der Stadt München mit städtischen Grundstücken positiv hervor.
Weitere erfolgreiche Projekte, von denen die Landesvorsitzende berichtete, waren das Projekt „Sicher vermieten“ in Vorarlberg und Tirol sowie die „Wahlfamilie Sonthofen e.V.“.

Im Anschluss an den Vortrag entstand ein reger Austausch mit dem Publikum zu eigenen Erfahrungen, bisher unternommenen Maßnahmen in Traunreut sowie der Frage, welche der genannten Ansätze und Ideen für Traunreut in Frage kämen.
